Im Umfeld des Weltkulturerbes Zeche Zollverein und seinem „Zechenfest“ der Weltkulturhaupstadt Ruhr stellten sich die Amateurboxer vor.

Im Umfeld des Weltkulturerbes Zeche Zollverein und seinem  „Zechenfest“ der Weltkulturhaupstadt Ruhr stellten sich die Amateurboxer vor.

Zwölf Kämpfe versprach der Essener Sportbund zum bundesweiten „Tag der Integration“ im Boxstützpunkt der Stadt Essen und hielt Wort. Zehn Vereine – mit BC Steele, MTG Horst, i-defense und BC Vogelheim vier Essener – waren am Start, Kampf war Trumpf vor 200 begeisterten Boxfans. Die Show gehörte ihm, auch wenn er bei seinem Debüt im Boxring knapp nach Punkten scheiterte: David Spaccavento (BC Essen-Vogelheim) von der Technik des weltbekannten Aalto-Theaters. Der 28jährigewechselte für einen Tag in die Technik des Olympischen Boxens, wurde angefeuert von vielen Kollegen des Essener Theaters – darunter der Technische Direktor Daniel Kaiser – und dennoch reichte es nicht für einen Sieg. Der lange Mittelgewichtler scheiterte gegen den Remscheider Fighter Halit Görtürk an den eigenen Nerven, an fehlender Kondition für drei heiße Runden und kassierte neben der knappen Punktniederlage den „Preis für die beste Show“. Feierte er doch überschwänglich im Boxleistungszentrum der Stadt Essen im Stoppenberger Spartenring seinen Einstand, jubelte trotz der Niederlage und gewann die Sympathien der 200 Zuschauer zwar nicht mit seiner Boxkunst, dafür aber mit einer persönlichen Bühnenshow.

Der Boxnachwuchs beharkte sich, Auge um Auge, Schlag auf Schlag war die Devise zur Begeisterung der Fans. Die „harten Jungs“ aus zehn Vereinen darunter der BC Steele, der neue Essener Boxverein i-defense, Boxring Hilden, PSV Unna und vom Nachwuchs des Deutschen Mannschaftsmeisters Velberter BCstellten eindeutig Kampfeslust und Nehmerfähigkeiten unter Beweis. Es wurde aber auch technisch gut geboxt zum „Tag der Integration“: Ordentlich war das Debüt des Weltergewichtiers Elias Beniaros (BC Vogelheim), der Marten Wenzel vom PSVUnna nach Punkten besiegte. Technisch feines Boxen aus dem Lehrbuch zeigte die Mädchen Elvira Müller und Joana Siepmann. Sie stellten die vom Landesssportbund bereits gewürdigte Frauen-Boxschule des BC Essen-Vogelheim eindeutig unter Beweis. Beide wurden als Siegerinnen gefeiert. Das „Schlusswort am Sonntag“ sprach Ringarzt Dr. Fuhrmann: „Das Boxturnier war kämpferisch stark und spannend – ich bleib dennoch lieber beim Synchronschwimmen…“.

 

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Lange linke Gerade“, das wäre David Spaccaventos Rezept zum Erfolg gewesen. Siegerpose trotz Niederlage. David Spaccavento vom Aalto- Theater, Iks. Ringrichter Uli Ziesche.
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Volles Haus im Essener Boxzentrum in Stoppenberg. Kommen zwei Boxer geflogen: Mohamed Yaacoubi vom BCSteele als Retter.
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Bester Kampf – Elias Beniaro (rechts) vom BCV Essen knapper
PS über Wenzel Martel (Unna). HUWIFOTOS
Feines Boxen aus dem Lehrbuch und beide sind Siegerinnen.
V. I. Elvira Müller, RR Sangen und Joana Siepmann.
GOHLFOTO

(veröffentlicht im „Sport in Essen“ 10/2010)